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Vitaminbewertung

Ashwagandha: Was das BfR 2024 dazu sagt

Stand: Oktober 2026

Ashwagandha, auch Schlafbeere oder Withania somnifera genannt, steckt in vielen Kapseln gegen Stress, Erschöpfung und schlechten Schlaf. Gerade Frauen ab 40 stoßen darauf, wenn sie nach Hilfe für die Wechseljahre suchen. Bevor du kaufst, solltest du wissen: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat im September 2024 eine deutliche Warnung veröffentlicht. Deshalb empfehlen wir in diesem Artikel bewusst kein Produkt.

Was das BfR im September 2024 veröffentlicht hat

In seiner Mitteilung Nr. 039/2024 vom 10. September 2024 schreibt das BfR, dass die versprochenen Wirkungen von Ashwagandha "wissenschaftlich nicht belegt" sind. In den vorhandenen Studien hat man Nebenwirkungen nicht systematisch erfasst. Das BfR konnte deshalb keinen Richtwert für eine sichere Aufnahmemenge ableiten.

Die Empfehlung ist klar:

  • Kinder, Schwangere, Stillende und Menschen mit bestehender oder früherer Lebererkrankung sollen keine Ashwagandha-Produkte einnehmen.
  • Allen anderen rät das BfR zur Zurückhaltung.

Wenn du Medikamente nimmst, besonders gegen Diabetes, gegen Bluthochdruck oder Mittel, die das Immunsystem unterdrücken, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Das BfR nennt genau diese Gruppen als mögliche Wechselwirkungen.

Welche Nebenwirkungen bekannt sind

Das BfR listet Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Benommenheit, Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit und Hautausschlag. Dazu kommen Hinweise auf Effekte im Immunsystem und im Hormonsystem: Cortisol, Blutzucker, Schilddrüsenhormone und Geschlechtshormone.

Für Frauen in den Wechseljahren ist der letzte Punkt wichtig. Wer ohnehin mit schwankenden Hormonen oder einer Schilddrüsenbehandlung zu tun hat, holt sich hier ein zusätzliches Fragezeichen ins Haus. Schon in einer Bewertung von 2012 hatte das BfR Bedenken zur Schilddrüse geäußert und darauf hingewiesen, dass die Pflanze historisch als Abtreibungsmittel genutzt wurde.

Die Leber

Seit 2017 gibt es weltweit Fallberichte über Leberschäden nach Ashwagandha, auch aus Europa und aus Deutschland. Darunter sind Fälle von akutem Leberversagen. Ein Fallbericht beweist noch keinen Zusammenhang. Aber er ist der Grund, warum das BfR Menschen mit Lebererkrankung ausdrücklich abrät.

Andere Behörden sehen es genauso

Das BfR steht nicht allein. Zwischen 2020 und 2024 haben die dänische DTU, das niederländische RIVM, die französische ANSES und die australische TGA Ashwagandha neu bewertet. Alle bestätigen die Bedenken. Das BfR fasst zusammen, dass es und andere europäische Behörden empfehlen, keine Ashwagandha-haltigen Präparate einzunehmen.

Dänemark hat Ashwagandha in Nahrungsergänzungsmitteln 2023 verboten, nachdem die DTU 2020 keine sichere Aufnahmemenge festlegen konnte. Ein EU-weites Verbot gibt es bisher nicht.

Warum es trotzdem überall zu kaufen ist

Nahrungsergänzungsmittel brauchen in Deutschland keine Zulassung, bevor sie verkauft werden. Niemand prüft vorher, ob eine Kapsel wirkt oder sicher ist. Dass ein Produkt im Regal steht, sagt also nichts über seine Sicherheit aus. Für Ashwagandha gibt es außerdem keine zugelassene Gesundheitsaussage im EU-Register. Werbeversprechen wie "gegen Stress" oder "für besseren Schlaf" sind deshalb mit Vorsicht zu lesen.

Warum wir hier kein Produkt empfehlen

Unsere Regel ist einfach: Wenn die zuständige Behörde zur Zurückhaltung rät und keinen sicheren Richtwert nennen kann, schicken wir dich nicht zum Kaufen. Du findest unter diesem Artikel deshalb keine Produktempfehlung. Wie wir grundsätzlich auswählen, liest du unter So arbeiten wir.

Was du stattdessen prüfen kannst

Wenn du wegen Schlafproblemen oder Unruhe nach Ashwagandha gesucht hast, lohnt sich ein Blick auf Stoffe mit klarerer Datenlage:

Halten Schlafprobleme oder Erschöpfung über Wochen an, gehört das in eine ärztliche Abklärung. Dahinter können Schilddrüse, Eisenmangel oder die Wechseljahre selbst stecken.

Unser Fazit

Ashwagandha ist kein harmloses Kraut aus dem Wellnessregal. Das BfR sieht die Wirkung als nicht belegt, kennt Fälle von Leberschäden und kann keine sichere Menge nennen. Schwangere, Stillende, Kinder und Menschen mit Leberproblemen sollen es gar nicht nehmen, alle anderen nur mit Zurückhaltung. Wir empfehlen deshalb kein Produkt.

Quellen

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche Ernährung. Bei Medikamenten, Vorerkrankungen, in der Schwangerschaft oder Stillzeit sprich vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke.

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