Rotklee gehört zu den bekanntesten pflanzlichen Mitteln für die Wechseljahre. Die Kapseln enthalten Isoflavone, Pflanzenstoffe, die im Körper ähnlich wie Östrogen wirken können. Genau deshalb sind sie nicht für jede Frau geeignet. Hier liest du, was die Verbraucherzentrale und das BfR dazu sagen.
Was Isoflavone sind
Isoflavone sind sogenannte Phytoöstrogene. Sie kommen in Soja und in Rotklee vor. Die Idee dahinter: Wenn in den Wechseljahren das körpereigene Östrogen sinkt, sollen pflanzliche Stoffe einen Teil davon ausgleichen. Das klingt logisch, ist aber nicht bewiesen.
Was Studien untersuchten
Laut Verbraucherzentrale gibt es keine eindeutigen Beweise für einen Nutzen von Rotklee-Isoflavonen, auch nicht bei Hitzewallungen. Manche Frauen berichten von Erleichterung, aber das reicht nicht für eine belastbare Aussage.
Keine zugelassene Gesundheitsaussage
Für Soja-Isoflavone hat die EFSA keine Verbesserung von Wechseljahresbeschwerden festgestellt. Gesundheitsaussagen dazu sind deshalb verboten. Aussagen zu Rotklee stehen auf der sogenannten "On hold"-Liste, sind also nicht geprüft und nicht zugelassen.
Achte auf einen Trick: Manche Hersteller setzen Vitamin B6, Vitamin K oder Vitamin B1 zu. Dann dürfen sie die zugelassenen Aussagen dieser Vitamine aufs Etikett schreiben. Die Aussage gilt dem Vitamin, nicht dem Rotklee.
Die Höchstmenge und die Dauer
Das BfR nennt auf Basis einer EFSA-Bewertung von 2015 eine klare Grenze:
- höchstens 43,5 mg Rotklee-Isoflavone pro Tag
- für höchstens drei Monate
Viele Produkte halten das nicht ein. Prüfe auf dem Etikett die Isoflavon-Menge pro Tagesdosis, nicht nur die Menge an Rotklee-Extrakt. Und plane von Anfang an ein Ende ein.
Wer verzichten muss
Weil Isoflavone östrogenähnlich wirken können, gelten klare Grenzen:
- Bei hormonabhängigem Krebs sollst du keine Isoflavone nehmen.
- Bei östrogenabhängigem Brust- oder Gebärmutterkrebs, auch wenn er schon zurückliegt, nur nach ärztlicher Beratung.
- Wenn nahe Verwandte solche Krebsarten hatten, sei besonders vorsichtig und sprich vorher mit deiner Frauenärztin.
- Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche sollen keine Isoflavon-Präparate nehmen.
Wechselwirkungen und Nebenwirkungen
Die Verbraucherzentrale nennt Wechselwirkungen mit Thyroxin, also Schilddrüsenhormon, und mit dem Medikament MTX (Methotrexat). Wenn du eines davon nimmst, kläre Rotklee vorher ärztlich ab.
Als Nebenwirkungen sind leichte Übelkeit und sehr selten Nesselsucht beschrieben.
So prüfst du ein Produkt
- Isoflavone pro Tag: höchstens 43,5 mg.
- Warnhinweis zur Dauer: Steht auf der Packung, dass du es nicht länger als drei Monate nehmen sollst?
- Zugesetzte Vitamine: Bewerte die Werbeaussage danach, worauf sie sich wirklich bezieht.
- Kombinationen: Nimm nicht gleichzeitig Soja- und Rotklee-Präparate, sonst addieren sich die Isoflavone.
Andere Wege in den Wechseljahren
Wenn Hitzewallungen dich stark belasten, sprich mit deiner Frauenärztin. Es gibt gut untersuchte Behandlungen. Für andere pflanzliche Mittel haben wir Mönchspfeffer zusammengefasst. Einen Überblick, welche Nährstoffe in der Lebensmitte wirklich zugelassene Aussagen haben, findest du unter Nahrungsergänzung in den Wechseljahren und Magnesium in den Wechseljahren.
Unser Fazit
Rotklee ist kein harmloser Tee, sondern liefert hormonähnlich wirkende Stoffe. Eindeutige Belege für weniger Hitzewallungen fehlen. Wenn du es trotzdem probieren willst, bleib unter 43,5 mg Isoflavonen am Tag und höchstens drei Monate. Bei Krebs in deiner Vorgeschichte, in der Familie oder bei Schilddrüsenmedikamenten sprich vorher ärztlich darüber.