Mönchspfeffer gehört zu den bekanntesten Heilpflanzen für Frauen. Viele kennen ihn aus der Apotheke, inzwischen gibt es ihn auch als Nahrungsergänzung im Supermarkt und online. Zwischen beiden liegt ein großer Unterschied, den du kennen solltest.
Was Mönchspfeffer ist
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) ist ein Strauch aus dem Mittelmeerraum. Verwendet werden die getrockneten Früchte, meist als Extrakt in Tabletten oder Tropfen. Der Name stammt aus dem Mittelalter, als Mönche ihn angeblich als Pfefferersatz nutzten.
Arzneimittel oder Nahrungsergänzung
In Deutschland gibt es zugelassene pflanzliche Arzneimittel mit Mönchspfeffer. Sie sind für Beschwerden vor der Periode (prämenstruelles Syndrom), für Zyklusstörungen und für Spannungsgefühle in der Brust zugelassen. Für die Zulassung musste der Hersteller Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nachweisen. Der Extrakt ist genau festgelegt, und jede Tablette enthält dieselbe Menge.
Nahrungsergänzungsmittel mit Mönchspfeffer brauchen keine solche Zulassung. Sie dürfen keine Wirkung gegen Beschwerden versprechen, und es gibt in der EU keine zugelassene Gesundheitsaussage für Mönchspfeffer. Menge und Qualität des Extrakts schwanken zwischen den Produkten stark.
Wenn du Mönchspfeffer gegen Zyklusbeschwerden nehmen willst, ist ein Arzneimittel aus der Apotheke die bessere Wahl. Dort bekommst du auch eine Beratung.
Was Studien zeigen
Mehrere kontrollierte Studien haben Mönchspfeffer-Extrakte beim prämenstruellen Syndrom untersucht. Viele fanden eine Besserung gegenüber Placebo, etwa bei Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und Brustspannen. Übersichtsarbeiten weisen aber auf Schwächen hin: kleine Studien, unterschiedliche Extrakte, teils von Herstellern finanziert. Die Europäische Arzneimittel-Agentur führt Mönchspfeffer bei PMS als Arzneipflanze mit "allgemein anerkannter medizinischer Verwendung".
In den Wechseljahren ist Mönchspfeffer kaum untersucht. Gegen Hitzewallungen gibt es keine guten Belege.
Wie lange es dauert
In den Studien zeigten sich Effekte meist erst nach zwei bis drei Zyklen regelmäßiger Einnahme. Wer nach drei Monaten keinen Unterschied merkt, sollte mit der Ärztin oder dem Arzt über andere Möglichkeiten sprechen.
Nebenwirkungen und wer ihn nicht nehmen darf
Mönchspfeffer ist meist gut verträglich. Möglich sind Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Hautausschläge und Juckreiz.
- In der Schwangerschaft und Stillzeit nimm keinen Mönchspfeffer.
- Nimmst du die Pille, andere Hormone oder Medikamente, die auf Dopamin wirken (zum Beispiel bei Parkinson oder bestimmte Psychopharmaka), sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
- Bei hormonabhängigen Erkrankungen wie Brustkrebs in der Vorgeschichte gilt dasselbe.
- Zyklusstörungen können viele Ursachen haben. Lass sie zuerst frauenärztlich abklären, bevor du selbst etwas nimmst.
Quellen
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Pflanzliche Monographie zu Vitex agnus-castus L., fructus
- Europäische Kommission: EU-Register der Gesundheitsaussagen
- Übersichtsarbeiten zu Vitex agnus-castus beim prämenstruellen Syndrom