Deutschland war lange ein Jodmangelgebiet. Jodsalz hat das deutlich verbessert, aber weil wir mehr Fertigprodukte ohne Jodsalz und weniger Salz essen, ist die Versorgung bei vielen wieder knapp.
Wie viel du brauchst
Die DGE hat ihre Referenzwerte 2025 neu abgeleitet. Sie empfiehlt Erwachsenen 150 µg Jod am Tag, Frauen wie Männern. Schwangere brauchen 220 µg, Stillende 230 µg.
Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 100 µg Jod pro Tagesportion, für Schwangere und Stillende 150 µg.
Was die EU anerkennt
Jod trägt zu einer normalen Produktion von Schilddrüsenhormonen und zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei.
Jod trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei.
Jod aus dem Essen
- Jodsalz beim Kochen statt normalem Salz
- Seefisch wie Seelachs, Kabeljau oder Scholle, ein- bis zweimal pro Woche
- Milch und Milchprodukte
- Brot vom Bäcker, der Jodsalz verwendet
Wer vorsichtig sein muss
Hast du eine Schilddrüsenerkrankung, nimm Jodtabletten nur nach Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Das gilt vor allem bei einer Überfunktion, bei Knoten in der Schilddrüse und bei Hashimoto. Jodsalz im normalen Maß ist meist kein Problem, aber auch das klärst du am besten in der Praxis.
Vorsicht bei Algen
Getrocknete Algen und Algenkapseln können extrem viel Jod enthalten, manchmal ein Vielfaches der Tagesmenge in einer Portion. Der Gehalt steht oft nicht genau auf der Packung. Das BfR warnt seit Jahren vor solchen Produkten.
Unsere Empfehlung
Für die meisten reicht Jodsalz plus regelmäßig Fisch und Milchprodukte. Isst du vegan oder kaum Fisch und Milch, kann ein Präparat mit 100 µg sinnvoll sein. Mit Schilddrüsenerkrankung immer vorher ärztlich abklären.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Aktualisierte Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln, Stellungnahme 006/2024
- IN FORM: Nahrungsergänzungsmittel, aktuelle Höchstmengenempfehlungen
- Europäische Kommission: EU-Register der Gesundheitsaussagen
- DGE: Referenzwerte Jod (Stand 2025)
- BfR: Aktualisierung (2025) der Höchstmengenvorschläge für Jod in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln